Herzlich willkommen

Monatsspruch Dezember 2016

Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.

Psalm 130,6

Liebe Leserin, lieber Leser,

In diesem Jahr bin ich zum zweiten Mal über eine politische Wendung völlig erstaunt gewesen, erst der Brexit und jetzt ein US-Präsident Trump. Man mag schnell mit in das allgemeine Gejammer, was ist bloß mit der Welt los, einstimmen. Nur eine Erklärung ist es nicht. Also warum haben Populisten und Nationalisten Konjunktur? Ich denke die Bibel gibt uns eine Antwort. Im Johannesevangelium  steht es: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden (16,33). Die Hoffnungslosigkeit, die Angst lässt die Menschen hoffen auf einen starken Führer. Viele falsche Hoffnungsträger mit falschen Botschaften besetzen das Feld. Trumps Wahlkampf jedenfalls  war nur auf Lügen aufgebaut. Hoffentlich wird seine Politik besser. Aber die Menschen laufen den falschen Propheten nach. Dies war auch schon zu den Zeiten der Evangelisten so. Matthäus (24,24) warnt deshalb vor den falschen Propheten.

Angst, das kennen wir. Besonders im Dunkeln werden viele Menschen von ihr befallen, schlaflose Nächte, in denen uns die Sorgen heimsuchen oder der Heimweg ganz spät auf unbeleuchteten Wegen, ach wie sehnen wir uns nach Licht, nach dem Tagesanbruch. Der Psalmist hatte davon wohl auch eine Ahnung. Er vergleicht seine Situation mit den Nachtwächtern, die für die Sicherheit in der Nacht zuständig waren. Klar, dass sie den Morgen herbeisehnten. Ihr Dienst war aus der Angst heraus entstanden. Sie sollten für Sicherheit in der Nacht sorgen. In welcher Situation sich der Verfasser des Psalms befand, wissen wir nicht. Aber er lässt uns wissen, was er gegen seine Angst tat. Genau wie die Nachtwächter hoffte er auf die Morgendämmerung, auf den Anbruch des Tages, Synonym für das Kommen Christi. Er wusste von Christus noch nichts, aber er hatte eine Ahnung von Gnade, Rettung und Befreiung. So wie der Wächter genau weiß, dass der Morgen kommt, weiß der Beter des Psalms sich bei Gott geborgen. Was für eine Erleichterung, das Licht, dass für die Gnade und somit für die Rettung steht.

Gerade Weihnachten bringt uns das Licht wieder ganz nah. Jesus ist in die Welt gekommen, um das Opfer auf sich zu nehmen, unsere Sünden an das Kreuz zu tragen. Alles Dunkle, was uns belastet, nimmt er uns ab: Siehe, ich habe die Welt überwunden. Genau wie der Psalmist sollen wir ganz fest auf das Licht vertrauen. Leben wir mit der gleichen Gewissheit, wie die Wächter, der Morgen kommt.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen, Ihr Jens Jungbloot.