Beten

lizenzfrei, pixabay.de

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“

(1. Kor. 16, 14)

Die Jahreslosung hängt ganz eng mit einigen vorangegangenen Anweisungen von Paulus an die Gemeinde in Korinth zusammen (Vers 13): die sollen nämlich wachsam sein, treu am Glauben festhalten, sich mutig und stark zeigen.

Wachsamkeit bedeutet, sich die Frage zu stellen: läuft noch alles richtig bei uns in der Gemeinde? Oder ist da etwas aus dem Ruder gelaufen? Muss etwas korrigiert werden?

Treu am Glauben festhalten, mutig und stark sein: diese Standhaftigkeit braucht es manchmal, wenn der Gegenwind stark wird. Wenn wir Enttäuschungen erleben (persönlicher Natur oder in der Gemeinde), wenn andere uns als die „Frommen“ belächeln.

Wird man in diesen Bereichen aktiv, fühlt sich der andere oft schnell persönlich angegriffen, vielleicht sogar richtig verletzt. Darauf trotz allem Ärger in Liebe reagieren- das ist Paulus´ dringender Appell, damit das Zusammenleben in der Gemeinde auch dann noch funktioniert!

Heiko Krimmer nennt die Liebe in seinem Bibelkommentar „die Atemluft des Glaubens“.

Am besten haben beide Seiten diesen Atem der Liebe:

dass Du selber andere so korrigierst, dass sie merken, Du meinst es gut mit ihnen. Das gelingt, wenn Du nicht gleich bedrohlich die Keule schwingst und den anderen lautstark mit Vorwürfen konfrontierst. Sondern Dinge ruhig ansprichst, vielleicht auch in Frageform: „Könnte es sein, dass…?“

Und auf der anderen Seite (als Kritik- Empfänger): dass Du dem, der Dich korrigiert, nicht gleich Boshaftigkeit unterstellst. Sondern in Erwägung ziehst, dass der andere das durchaus in Liebe getan hat, um Dich z. B. vor zukünftigen Fauxpas zu bewahren.

Wenn Du kritisiert wirst, lass das Gehörte erst mal sacken- ne Nacht drüber schlafen und selbstkritisch überlegen, ob und was an der Kritik denn berechtigt sein könnte. In dem Fall hast Du selber liebevoller reagiert als wenn Du gleich zurück schießt. Und vielleicht entdeckst Du dann sogar, dass der andere Dich aus Liebe kritisiert hat- nämlich um Dich zurecht zu bringen!

Herzlich, euer Daniel