Beten

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Setzt euch lieber für die Gerechtigkeit ein!
Das Recht soll das Land durchströmen
wie ein  versiegender Fluss.   

 Amos 5, 24 HfA

In den Versen zuvor heißt es, dass Gott zu der Zeit die Feste der Israeliten verabscheut hat, er ihre Opfer nicht annehmen will. Und ihre lauten Lieder kann er auch nicht mehr hören. Sie sollen ihn bitte schön verschonen mit ihrem Harfengeklimper…

Was ist denn da bloß passiert? Was hat Gott damals so sehr verärgert?

Gott ist nicht „genervt“ von Festen, Musik und Opfern an sich – schließlich hat er selbst Opfer und Feste angeordnet. Was ihn hier so sauer macht, ist die Kluft zwischen frommer Show und realem Leben.

Konkret ärgern ihn, dass Arme und Schwache unterdrückt wurden (V. 11- 12). Es gab Bestechung. Vor Gericht hat man das Recht verdreht. Gleichzeitig sind religiöse Aktivitäten (Feste, Opfer, Musik) einfach weitergelaufen, als wäre alles in bester Ordnung. Die Israeliten haben Gott im Tempel gefeiert. Aber kaum war der Gottesdienst vorbei, haben sie in ihrem Alltag wieder auf den Putz gehauen. 

Gott will echte und authentische Gerechtigkeit statt eine „fromme Show“. Er selbst ist gerecht. Wenn sein Volk ihn anbetet, gleichzeitig aber Unrecht praktiziert wie am laufenden Band, ist das für ihn Heuchelei.

Darum sagt er: solange euer Handeln nicht zu mir passt, will ich auch eure Lieder nicht hören und eure Opfer nicht haben. Stattdessen soll das Recht wie ein nie versiegender Fluss das Land durchströmen– also dauerhaft, selbstverständlich, lebensspendend.

Wo sollte bei Dir persönlich (oder in der Gemeinde) Anbetung und Alltag wieder stärker zusammenpassen – besonders im Blick auf Gerechtigkeit und Umgang mit Schwachen?

Herzlich, euer Daniel