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Ja, Gott war es,
der in Christus die Welt mit sich
versöhnt hat“

(2. Kor. 5, 19)

Es war einmal vor langer Zeit, als der heutige Burger Prediger die Realschulbank gedrückt hat: Mathestunde. Es geht hoch her. Alles plappert laut durcheinander. Die Mathelehrerin setzt sich ans Pult, holt ihr Strickzeug raus und lässt sich durch nichts irritieren.

Als dann endlich Ruhe einkehrt, erklärt die Lehrerin mit ihrem thüringischen Akzent: „Nachdem ihr es also geschafft habt, nach 15 Minuten mal den Babbel zu halten… nehme man einen Zettel heraus: wir schreiben einen (unangekündigten) Test!“

Die Lehrerin schaut auf rauchende Köpfe und in ratlose Gesichter. Keiner erweckt den Anschein, den abgefragten Stoff zu beherrschen. Die Tests werde eingesammelt und besprochen. Dabei korrigiert die Lehrerin den Test des Klassenbesten. Und selbst bei ihm heißt es: „6- setzen!“

Die Stunde ist vorbei. Die Lehrerin geht in Richtung Ausgang. Doch dann hält sie an, nimmt das Bündel Tests, zerreißt die Tests und verlässt kommentarlos den Klassenraum.

Was für eine Geste! Diese Lehrerin hatte uns Schülern eine Lektion erteilt. Und zeigt am Ende Gnade- indem der Test nicht in die Wertung einfließt! Das schlechte Ergebnis war ausgelöscht, vernichtet!

Diese Szene kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich an die unverdiente Gnade durch Jesus Christus denke. Genauso wenig wie wir Schüler damals hat es wirklich keiner verdient, diese Gnade und Versöhnung mit Gott zu bekommen. Und doch zerreißt Christus unseren Schuldschein. Die Schuld ist vernichtet und wird auch nicht bei erstbester Gelegenheit wieder hervor gekramt.

Niemand fasst das schöner in Worte als Corrie ten Boom: Wenn dir der Herr deine Sünden abnimmt, siehst du sie niemals wieder. Er wirft sie ins tiefe Meer – vergeben und vergessen. Ich glaube sogar, dass er ein Schild darüber anbringt: Fischen verboten!“

Herzlich,

Daniel Benne